Geschichtlicher Abriss zur Photographie

“Die Erfindung der Photographie ist […] die erste große medientechnische Erfindung seit der Gutenbergs.” (GdM 233) – sie entstand ziemlich genau 400 Jahre später.

  • Prinzip seit der Antike zumindest seit Aristoteles (384–332 v. Chr.) bekannt.
  • 10. Jh. Camera obscura durch Abu Ali al-Hasan Ibn Al-Haitham (~965 - 1039). Dieser war ein berühmter Wissenschaftler seiner Zeit. Eines seiner Werke: Thesaurus opticus
  • 13. Jh. wird die Camera obscura in Künstler- und Technikerkreisen populär. Beobachtung von Sonnenflecken und -finsternissen. Roger Bacon (1214–1292 oder 1294) baut die ersten Apparate in Form einer Camera obscura. Es gibt sie auch heute noch als " begehbare Lochkameras".
  • Vom "Lesestein" zur "Brille" (von: Beryll)
  • Entwicklung der Perspektivenlehre (Leone Battista Alberti) mit Hilfe der Camera obscura etwa zeitgleich mit dem Buchdruck.
  • Erfindung der Linse durch Giovanni Battista (1558)
  • 1646 Umkehrung des Prinzips: Laterna Magica durch Athanasius Kircher. Vorschläge zu einer „Camera obscura portabilis“. Varianten und Weiterentwicklungen der LM: „Nebelbilder“ durch Kombination zweier LMs, die verschiedene Bilder zeigen und alternierend abgedunkelt werden können. V .a. im 19. Jh. populär; sie zeigen die Machbarkeit von Bildern und Effekten.
  • Erste portable Camera obscura durch Johann Zahn (1686). Ein Spiegel, der im Winkel von 45 Grad zur Linse im Inneren der Kamera angebracht war, projizierte das Bild nach oben auf eine Mattscheibe, wo es bequem abgezeichnet werden konnte.
  • 1830 / 1832 Erfindung des Stereoskops durch Charles Wheatstone. Zeigt die Problematik der Wahrnehmung als subjektiven Prozess der Synthetisierung von unterschiedlichen, stereoskopisch wahrgenommenen Bildern im Gehirn.
  • 1827 erste Photographie durch Joseph Nicéphore Niépce (1765 – 1833)

    Die erste erhaltene "Heliographie" auf Asphaltbasis stammt von 1827.

    1838 Vorstellung der „Daguerrotypie“ durch Louis Jaques Mandé Daguerre (1787 – 1851) in Zusammenarbeit mit Joseph Nicéphore Niépce: Als versilberte Kupferplatten sind diese Unikate.
  • Erfindung der Negativ-Photographie durch William Henry Fox Talbot (1800 – 1877): Nachteile in der Qualität, aber medientechnische Vorteile (Verschlusszeiten sind kurz, technische Reproduzierbarkeit der Bilder möglich)
  • 1888 Boxkamera mit Zelluliod-Film durch George Eastman (1854 – 1934) -> Kodak („you press the button – we do the rest“)
  • 1895 Entdeckung der Röntgen-Strahlen (Wilhelm Conrad Röntgen, 1. Nobelpreis für Physik)
  • 1935 Kodachrome-Dreischichtenfilm macht die Farbfotographie massentauglich. Zuvor „Autochrom-Verfahren“ der Brüder Lumière (1907)
  • 1929 Zweiäugige Rolleiflex
  • 1936 Einäugige Spiegelreflex-Kamera Exakta
  • 1947 Polaroid-Verfahren, in Farbe ab 1963
  • 1975 Erste Digitalkamera wird von Kodak vorgestellt. "Diese Kamera wog 3,6 Kilogramm, war größer als ein Toaster und benötigte noch 23 Sekunden, um ein Schwarz-weiß-Bild mit 100x100 Pixeln Auflösung auf eine digitale Magnetbandkassette zu übertragen; um das Bild auf einem Bildschirm sichtbar zu machen, bedurfte es weiterer 23 Sekunden." (Quelle). 1986 stellte Canon mit der RC-701 die erste kommerziell erhältliche Still-Video-Kamera mit magnetischer Aufzeichnung der Bilddaten vor. Marktfähigkeit der Produkte zu Beginn der 1990er-Jahre.

Links

Der "Schatz des Optik" von Alhazen war von weitreichender Auswirkung auf die Entwicklung der modernen Optik, Erstdruck 1572. Der Kupferstich auf dem Titelblatt zeigt die legendäre Verwendung von Spiegeln in der Seeschlacht um Syrakus.

Die erste erhaltene "Heliographie" von Joseph Nicéphore Niépce auf Asphaltbasis stammt von 1827.

Die erste marktreife Kamera von Jaques Louis Daguerre.