Medien haben immer mit Zeit zu schaffen...

... als Überbrücker von Zeit (und Zeiten), als Beschleuniger der Kommunikation und damit des Heartbeats unserer Gesellschaften. Natürlich sind sie auch Verschwenderinnen von (Lebens)zeit. - Die Griechen kannten verschiedene Formen von Zeit, für die bestimmte Gottheiten verantwortlich waren:

CHRONOS, Gott der Zeit. In der gr. Mythologie symoblisiert er die Dauer, die ausgedehnte Zeit, die „über Leben verfügt, indem sie es verbraucht“, die Zeit der Geschichte und des Lebens. Die Chronologie bringt zeitliche Ordnung in die Dinge, sie verkrüppelt uns aber auch, weil wir selbst nicht von Dauer sind.

AION Antipode zu Chronos. Symbolisiert die transzendentale Dimension des Zeitverständnisses, die über Leben und Welt hinaus geht, „reine Zeit“, abstrakte Zeit, Zeit der Maschine, die Ewigkeit.

KAIROS Antipode zu Chronos. Steht für den rechten Zeitpunkt einer Tätigkeit oder Unternehmung, „Gott des günstigen Augenblicks, der im griechischen Mythos auch tödlich sein kann“ (AdM, 43). Fordert Entscheidung, Kairos balanciert auf des Messers Schneide. Trägt vorne lang herunterwallendes lockiges Haar, hinten hat er eine Glatze: ist Kairos vorüber, ist es zu spät. Gehört zum Reich der „Physik der Einmaligkeit“.

Alle Techniken der Reproduktion vorhandener und der künstlichen Herstellung neuer Welten sind in einem spezifischen Sinn Zeitmedien (AdM, 44).

Dead Media Project

"Wir brauchen ein Buch über das Scheitern der Medien, über das Veralten der Medien, über die Unterdrückung durch die Medien, ein Buch, das all die absonderlichen und entsetzlichen Medienfehler auflistet, die wir gut genug kennen sollten, um sie heute nicht zu wiederholen, ein Buch über Medien, die im Stacheldraht des technologischen Fortschritts gestorben sind, Medien, die es nicht geschafft haben, Märtyrermedien, tote Medien. ›Das Handbuch der toten Medien‹. Ein Schlachtfeldführer vom Naturalisten für den Kommunikations-paläontologen."

Quelle

Zu den Quellenangaben

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